Stuart Weitzman

Besser spät, als nie….

Meine für Weihnachten geplanten Posts standen irgendwie unter keinem guten Stern. Der ärgerlichste Grund ist mein Laptop. Ich vermute, dass sich die Festplatte so langsam ins Nirvana verabschiedet. Seit Neustem möchte er meine Speicherkarte nicht mehr lesen. Genau genommen, liest er sie nur an den Tagen aus, an denen die Sonne-Mond Achse in einem für ihn günstigen Winkel zur Erde steht 😉 Außerdem habe ich nicht immer jemand, der mich fotografiert. Wenn sich dann doch mal jemand bereit erklärt, war das Wetter mies oder es gab kein Licht.

Für diesen Outfitpost hatte ich zwar jemand, der willens war Fotos zu machen, bedauerlicherweise wurden die Fotos aber nicht gut. Mir fehlte eigentlich auf fast jedem Foto entweder die Beine oder der Kopf. Bei den Fotos, auf denen ich ganz zu sehen bin, gab es Probleme mit Schärfe und Kontrast und die Posen sind eher keine 😉

Dennoch möchte ich die magere Ausbeute mit dir teilen, weil dieses Outfit etwas ganz Besonderes für mich ist. Red Dress2

Ich träumte schon immer von so einem Kleid. Eng, knielang mit Schleife am Hals und Rot. Ich hatte mal so eines, als ich noch schlank war. Ich habe es aber niemals „öffentlich“ getragen, weil ich mich zu fett dafür fühlte. Es war ein Kleid in Größe 36. Irgendwann habe ich es weg gegeben, aber nie vergessen. Ich habe auch nie vergessen, dass mir damals das Selbstbewusstsein für dieses Kleid fehlte. Ich habe nie vergessen, dass ich mich nicht schön, nicht sexy genug dafür fühlte und was das mit mir gemacht hat. Es nagte an mir und vergiftete mein Selbstbild.

Als ich kürzlich bei Asos Curve genau so ein Kleid entdeckte, bestellte ich es mit. Aus Nostalgie vielleicht. Ich dachte jedenfalls nicht, dass ich es behalten würde. Mir war vorab klar, dass es sicher nicht „vorteilhaft“ ist. Es kaschiert rein garnichts, aber es ist ein Symbol für meinen Mut. Den Mut dieses Kleid selbstbewusst zu tragen. Warum soll ich verstecken, was und wer ich bin? Warum soll ich verleugnen, was zu mir gehört? Wer darf entscheiden, was schön und was sexy ist? Wann bin ich je „richtig“ für so ein Kleid? Das alles sind die Fragen, die dieses Stück Stoff in mir aufgeworfen hat.

Die Antwort ist so simpel zu beantworten, wie schwierig zu verinnerlichen. Ich bin „richtig“ genau in dem Moment, wo ich mit mir im Einklang bin! In dem Augenblick, in dem ich mich selber mit Wohlwollen betrachten kann, obwohl ich nicht perfekt bin. Wohlwollend auch meinem kranken Körper gegenüber, der nicht funktioniert, wie ich es gerne hätte, den ich darum schon verurteilt und abgelehnt habe und der nicht dem üblichen Schönheitsideal entspricht. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass mir mein Übergewicht „egal“ wäre. Fakt ist aber, dass ich mich schon immer als zu fett empfunden habe. Paradoxerweise selbst mit Größe 36-38. Jetzt wo ich tatsächlich dick bin, relativiert sich Vieles. Mir ist bewusst geworden, dass das Gefühl, zu dick zu sein, nur das Symptom für die Tatsache ist, dass ich mich selber nicht „richtig“, nicht hübsch, nicht gut genug fühle. Ich habe durch dieses paradoxe Empfinden gelernt, dass es wichtig ist, mich selber zu mögen. Andere Menschen werden mich immer innerhalb ihrer Schubladen be-und verurteilen. Das ist so, seitdem ich zugenommen habe, das war so, als ich noch schlank war. Vielleicht war ich damals nicht zu dick, aber möglicherweise zu laut, zu brünett oder zu direkt. Jetzt wo ich offensichtlich übergewichtig bin, mache ich es den Menschen lediglich leichter, mich in eine Schublade zu sortieren. Wie einfach! Aber eines ist mir  dadurch klar geworden: Ich kann es anderen nie wirklich Recht machen! Aber mir selber kann ich es Recht machen, weil ich dieses Kleid liebe und es darum trage. Ich kann die Entscheidung treffen, mich zu mögen, egal was Andere über mich denken. Die Meinung Anderer kann ich nicht ändern. Das ist auch nicht mein Job. Es ist ihr Problem, wenn sie mich in Schubladen stecken, nur weil ich in ihren Augen nicht „dieses“ oder „jenes“ bin. Es entgeht ihnen dadurch möglicherweise ein ganz besonderer, wunderbarer Mensch. Vielleicht würden wir uns aber auch nicht „grün“ sein, das läge aber bestimmt nicht wirklich an meinem Gewicht sondern an viel grundlegenderen Faktoren, die aber nun einmal nicht so offensichtlich sind, wie mein dicker Po.

Was sagt mein Übergewicht denn über mich aus? Was sorgt für diese, oft offen gelebte Ablehnung Übergewichtiger in der Gesellschaft? Ich bin kein anderer Mensch, nur weil ich zugenommen habe und ich bin es leid, mich dafür zu rechtfertigen, mich zu schämen oder mich schlecht zu fühlen. Ich bin, wer ich bin, mit meinen Kurven und ich wünsche jeder Frau, dass sie sich selber lieben lernt, egal womit sie gerade hadert. Ich arbeite weiter daran. Das ist mein Vorsatz für 2015.

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Kleid: Asos Curve; Blazer: H&M+; Tasche: Michael Kors; Armreif: Asos; Ring: YSL; Schuhe: Stuart Weitzman

Dank Essi Blanc sind mir auch Danys Nikolausmützennägel besser gelungen und passen wunderbar zu dem Kleid.

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Weihnachtsmützen